Amin Jaafari
ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv und als arabischer Israeli ein gutes
Beispiel für gelungene Integration. Er lebt mit seiner westlich orientierten Frau
Sihem in einem schicken Haus und führt ein angenehmes Leben. Umso geschockter
ist Jaafari, als er erfährt, dass seine Frau in Tel Aviv als
Selbstmordattentäterin ein Restaurant sprengte. Er reist nach Bethlehem und
Dschenin, um die Hintergründe zu erfahren und um die Verantwortlichen zu
finden, die sein Leben zerstört haben.
Bei diesem Buch
handelt es sich nicht um lockere Unterhaltungsliteratur – ganz im Gegenteil. Es
ist ein hochaktuelles und brisantes Thema, das hier in einem Roman dargestellt
wird. Der Nahostkonflikt, die Motive von Selbstmordattentätern, Politik und
Religion: all das findet Platz in diesem Buch.
Man bekommt
einen guten Einblick in die Gedankenwelt des zurückgebliebenen Ehemanns Amin,
der völlig verzweifelt ist und die Welt nicht mehr versteht. Durch seine Bemühungen,
die Hintergründe ans Licht zu bringen, bringt er sich selbst in Gefahr, was
zusätzlich zur Spannung beiträgt.
Das Buch ist
mit 272 Seiten recht kurz und lässt sich daher und dank der spannenden Thematik
zügig lesen. Meiner Meinung nach gab es trotzdem ein paar Passagen, die recht
langatmig waren. Außerdem hätte ich mir gewünscht, noch etwas mehr über die
Gedanken und Gefühle Sihems zu erfahren. Insgesamt handelt es sich aber auf
jeden Fall um ein lesenswertes Buch.

