Rezension: „Die Geigenspielerin“ – Laurel Corona

Rezension: „Die Geigenspielerin“ – Laurel Corona

Venedig um 1700: Maddalena wächst als Waise im Pietà-Kloster auf. Als sie ihr Talent für das Violinspiel entdeckt, öffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Eines Tages wird der Komponist Antonio Vivaldi an die Pietà berufen. Er ist fasziniert vom Talent der jungen Geigerin - und von ihrer Schönheit, die ihn zu seinem Meisterwerk Die vier Jahreszeiten inspirieren wird.

Doch es geht nicht nur um Maddalena, sondern auch um ihre 3 Jahre jüngere Schwester Chiaretta, die für ihr Leben gern singt. Wir begleiten die Schwestern über viele Jahre hinweg, zunächst wie sie in dem Waisenhaus aufwachsen und musizieren aber auch später, als die beiden bereits erwachsen sind. Man lernt beide Mädchen und ihre unterschiedlichen Charaktere sehr gut kennen. Während Maddalena eher in sich gekehrt und zurückhaltend ist, träumt Chiaretta von einer Karriere als Opernsängerin.

Interessant sind auch die Einblicke in das Leben Vivaldis, welcher zwar nur eine Nebenfigur darstellt, aber immer wieder auftaucht.
Außerdem find ich gut, dass nicht die Musik allein im Vordergrund steht – wie ich zunächst beim Lesen des Titels befürchtete – sondern auch die Aspekte einer venezianischen Ehe, das Leben in einem klösterlichen Waisenhaus und noch vieles mehr behandelt werden.

Insgesamt kann man sich das ganze Setting sehr gut vorstellen. Man taucht richtig in die Zeit um 1700 und das Leben in Venedig ein und lernt viel über die damalige Zeit. Dies ist ein durchaus gelungener historischer Roman, der mir wieder mehr Lust auf dieses Genre bereitet hat.

Ich vergebe 4 von 5 Punkten.

Rezension: „French Kisses“ – Jan Ellis

Rezension: „French Kisses“ – Jan Ellis

Rachel Thompson lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern als Künstlerin auf dem Land in Frankreich. Alles scheint perfekt, bis ihr Ehemann Michael 40 wird, sie betrügt und sich von ihr trennt. Rachel beschließt, das bröckelige Bauernhaus in ein elegantes kleines Gästehaus umzubauen und so gelingt es ihr, eine gemütliche Pension zu eröffnen. Schließlich lernt Rachel auch andere Männer kennen und muss sich überlegen, was sie eigentlich will – eine neue Liebe oder doch noch Michael?

Die Geschichte spielt in Frankreich, obwohl die Hauptperson Rachel und ihr Fast-Ex-Mann Michael gebürtige Engländer sind. Das Setting in Südfrankreich ist meiner Meinung nach schön gewählt und nett beschrieben, sodass man sich die Landschaft und Natur sehr gut vorstellen kann.
Rachel, die verschiedenen Männer in ihrem Leben und die Haushälterin Irina (die mir sehr sympathisch war), werden authentisch beschrieben. Dagegen bleiben andere Charaktere (z.B. ihre Kinder und die neue Freundin von Michael) flach und werden meiner Meinung nach nicht genug ausgearbeitet. Sie sind zwar nur Nebenfiguren, aber dennoch für die Geschichte wichtig, finde ich.

Die Handlung ist nicht ganz so vorhersehbar, wie ich anfangs dachte, da Rachel sich schließlich zwischen drei Männern entscheiden muss. Manchmal konnte ich Rachels Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen, was sie für mich ein wenig an Authentizität verlieren ließ.

Nichtsdestotrotz ist dies durchaus ein Buch, das man „mal eben“ lesen kann, da es weder besonders lang ist, noch sonderlich anspruchsvoll. Ich vergebe 3 von 5 Punkten.

Gemeinsam lesen #16

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam, immer abwechselnd bei Weltenwanderer oder Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade „Die Geigenspielerin“ von Laurel Corona und bin auf S.144.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Maddalena überstand das Konzert des Dogen, indem sie die Augen schloss, damit ihr Vivaldis Abwesenheit weniger auffiel.
 
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
So ein Buch ist eigentlich sehr untypisch für mich, ich lese äußerst selten historische Romane. Jetzt hatte ich nach langer Zeit aber mal wieder Lust dazu und habe mich für diesen hier entschieden. Bisher finde ich es gar nicht so schlecht.
 
Der Klappentext lautet:  
Venedig um 1700: Maddalena wächst als Waise im Pietà-Kloster auf. Als sie ihr Talent für das Violinspiel entdeckt, öffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Eines Tages wird der Komponist Antonio Vivaldi an die Pietà berufen. Er ist fasziniert vom Talent der jungen Geigerin - und von ihrer Schönheit, die ihn zu seinem Meisterwerk Die vier Jahreszeiten inspirieren wird.
 
4. Mit wem (ausser im Netz) tauscht ihr euch noch über eure Leseleidenschaft aus? Habt ihr gleichgesinnte Feunde im Familien- oder Bekanntenkreis?
Ja, meine Mama. :) Sie ist eine genauso große Leseratte wie ich. Oft kaufen wir uns Bücher auch zusammen, also teilen uns den Preis, das ist ganz praktisch. Wir lesen z.B. beide sehr gerne Krimis und Thriller, das ist eigentlich die größte Überschneidung unserer Lieblingsgenres. Romane lesen wir ebenfalls beide gerne, aber während ich ab und zu auch mal Jugendbücher und Dystopien lese, liest sie lieber historische Romane. Von ihr habe ich mir auch mein aktuelles Buch ausgeliehen.  
Ansonsten gibt es eigentlich niemanden in meiner Familie oder Freundeskreis, der genauso gerne und viel liest wie ich.
 

Montagsfrage #10 In welcher Umgebung liest du am meisten?

Hey, 
ich starte mit der Montagsfrage von Buchfresserchen in die neue Woche. 
Sie lautet: In welcher Umgebung liest du am meisten?


Ich lese am meisten zuhause. Momentan entweder im Wohnzimmer mit einer kuscheligen Decke und ein paar Süßigkeiten oder abends in meinem Bett. Aber da schaffe ich meist nur wenig, da ich dann schon zu müde bin. Daher: momentan lese ich am meisten im Wohnzimmer.
Wenn sich jedoch die ersten Sonnenstrahlen blicken lassen und es warm genug ist, um draußen zu sitzen, begebe ich mich mit meinem Buch auf unseren Balkon. Da freue ich mich jetzt schon wieder total drauf...

Unterwegs lese ich eigentlich eher selten. Ab und zu auf dem Weg zur Uni (wenn ich nicht mit dem Auto fahre), aber da schaffe ich meist nicht so viel. Und in der Uni selbst, wenn ich weiß, dass ich zwischen zwei Veranstaltungen genug Zeit habe, nehme ich mir auch immer etwas zu lesen mit. Und ansonsten halt auf längeren Autofahrten. Ich hab zum Glück kein Problem mit Übelkeit oder so, wenn ich im Auto lese. 

Fazit: Am liebsten und am meisten lese ich zuhause! :)

Rezension: „Kopfüber zurück“ – Rebecca Wait

Rezension: „Kopfüber zurück“ – Rebecca Wait

Fünf Jahre sind vergangen, seit ein dramatisches Ereignis das Leben der Familie Stewart grundlegend verändert hat. Der älteste Sohn Kit stirbt, woraufhin sein Bruder Jamie verschwindet. Emma war damals neun und erinnert sich nur vage an das Geschehene. Doch langsam wird ihr klar, wie lückenhaft die knappe Erklärung ihrer Eltern ist, und sie beginnt, unbequeme Fragen zu stellen. Die Wahrheit, die nach und nach ans Licht kommt, ist erschütternd und konfrontiert Emma auf ganz neue Weise mit ihrer Familie – gleichzeitig beginnt sich aber auch die Erstarrung der letzten Jahre zu lösen.

Dieses Buch werde ich nicht vergessen!
Rebecca Wait erzählt die Geschichte einer Familie, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag in Schweigen hüllt. Die Familie versucht zwar, Normalität zu bewahren, indem Vater Joe Tag für Tag ins Büro geht und Mutter Rose sich um den Haushalt kümmert, doch blickt man hinter die Fassade erkennt man, dass nicht so ist wie es scheint. Joe verzieht sich zuhause immer in seinen Schuppen, damit er nicht mit Rose sprechen muss, die wiederum versucht, das, was von der Familie übrig geblieben ist, zusammenzuhalten. Tochter Emma, die noch dazu in der Schule gemobbt wird, begegnet der Situation mit übermäßigem Essen.

Die Geschichte baut schon von der ersten Seite Spannung auf, die sich durch das ganze Buch zieht. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte das Buch in kurzer Zeit durch.
Es werden immer mehr Hinweise und Andeutungen gemacht, sodass die Wahrheit, was vor fünf Jahren passiert ist, nach und nach aufgedeckt wird. So hat der Leser die Möglichkeit, selbst immer wieder neue Vermutungen anzustellen.

Die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, wechselt immer wieder, sodass man die einzelnen Personen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen sehr gut kennenlernt und die verschiedenen Sichtweisen nachvollziehen kann. Ein kleiner Teil in der Mitte des Buches besteht nur aus Briefen, welche eine Abwechslung im Schreibstil darstellen und außerdem dafür sorgen, dass wir dem Briefeschreiber auf einer noch nähren Ebene begegnen und quasi „live“ miterleben, wie er sich verändert.

Kopfüber zurück ist meiner Meinung nach nicht nur ein Roman, der sich mit dem Umgang einer Familie nach einem Schicksalsschlag beschäftigt, sondern auch ein spannendes Buch, das viele Fragen aufwirft und den Leser so zum Nachdenken anregt. Über Handlungen und Konsequenzen, Tod und Schuld, Liebe und Versöhnung.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten.

Gemeinsam lesen #15

Heute feiert die Aktion „Gemeinsam lesen“ein Jubiläum, denn es findet heute zum 100. Mal statt! Herzlichen Glückwunsch! Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam, immer abwechselnd bei Weltenwanderer oder Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade „Saphirblau“ von Kerstin Gier und bin auf S.187.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Durch die Begegnung mit Gideons kleinem Bruder und dem anschließend hastigen Gespräch mit Leslie (sie fragte zehnmal Bist du sicher?, ich sagte zehnmal Absolut sicher!, dann sagten wir beide noch an die hundertmal Wahnsinn und Ich fasse es nicht und Hast du seine Augen gesehen?) kam ich etliche Minuten nach Charlotte zu der wartenden Limousine.
 
Das ist doch mal ein Satz! :D Wahrscheinlich der längste, den ich bisher bei dieser Aktion vorgestellt habe.
 
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Ich bin nun auch im Fieber der Edelstein-Trilogie! Ich schließe mich dem Hype wohl ein paar Jahre zu spät an, aber ich dachte zuvor immer, die Thematik wäre nichts für mich. Da ich jedoch schon sehr viele andere Bücher von Kerstin Gier gelesen habe, welche ich alle ohne Ausnahme mochte, habe ich dem Ganzen doch mal eine Chance gegeben und ich bin wirklich begeistert.

4. Das 100. Mal
Gemeinsam Lesen! Lasst es Revue passieren und erzählt uns seit wann ihr dabei seid, was ihr an gemeinsam Lesen so mögt, oder habt ihr sogar Verbesserungsvorschläge? Gibt es etwas, was ihr vermisst, was ihr gerne anders hättet? Oder etwas was ihr besonders schätzt, was diese Aktion für euch einfach wirklich einzigartig und perfekt macht?
Wie ihr in der Überschrift schon sehen könnt, bin ich heute (erst) zum 15. Mal dabei. Meinen ersten Beitrag zum Gemeinsamen Lesen habe ich am 21. Oktober 2014 veröffentlicht. Ihr findet ihn hier
Besonders mag ich an der Aktion den Austausch mit anderen Bloggern. Auch wenn man es mal aus Zeitgründen nicht schafft, bei vielen Blogs vorbeizuschauen, versuche ich dennoch immer, wenigstens bei ein paar Beiträgen einen Kommentar zu hinterlassen. So lernt man auch immer wieder neue Blogger und auch neue Bücher, die einen interessieren, kennen. 
Außerdem finde ich in den meisten Fällen die vierte Frage, die ja jede Woche anders ist, sehr gut, da man hier viel Abwechslung hat und verschiedene Meinungen zu jeweils wechselnden Themen kennenlernt. 
Die Neuerung, dass ab sofort schon immer eine Woche im Voraus die vierte Frage online geht, finde ich super, da man so seinen Post schon vorher vorbereiten kann. Ich hab also soweit nichts zu bemängeln.

Rezension: „Surferboy“ – Kevin McAleer

Rezension: „Surferboy“ – Kevin McAleer

Steve will Surfer werden. Jedoch kommt er aus dem San Fernando Valley und hat somit noch nicht viel Erfahrung mit dem großen, weiten Meer. Bei seiner Entwicklung zum Surfer muss er sich auch mit rabiaten Locals, geschäftstüchtigen Surfbrett-Designern, liebeshungrigen Surfgroupies und bekifften Großwellenjägern herumschlagen. Dabei lernt er, dass der kalifornische Surftraum auch dunkle Seiten hat.

Der Einstieg ins Buch war nicht so einfach, da man sehr in das Geschehen hineingeworfen wurde und ich mit den ganzen Fachausdrücken zunächst etwas überfordert war.  Außerdem gab es anfangs nicht wirklich viel Handlung, abgesehen vielleicht von dem Kauf des Surfbretts, was mich als Leser jetzt auch nicht sooo mitgerissen hat. Dies ändert sich leider nur teilweise. Insgesamt konnte ich mich nicht richtig in die Geschichte einfinden.
Auch der Hauptprotagonist Steve blieb trotz der Ich-Perspektive stets distanziert, sodass ich ihn nie so richtig einschätzen  und manche seiner Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Zwischenzeitlich kommen jedoch auch immer mal wieder lebhaftere Szenen, z.B. wenn Steve sich mit Mädchen trifft. Solche Passagen hätte ich mir jedoch viel öfter gewünscht, da sie das Ganze aufgelockert hätten.

Jedoch muss ich sagen, dass die detaillierten Beschreibungen der Landschaft und Umgebung durchaus gelungen waren. Man konnte sich den Strand und die Natur Kaliforniens sehr gut vorstellen.

Auch mit den vielen Fachausdrücken kam man allmählich zurecht. Das Buch ist also nicht nur für erfahrene Surfer, sondern durchaus auch für sogenannte „Kooks“. Auch gibt es am Ende des Buches ein Glossar, indem alle wichtigen Begriffe erklärt werden.

Insgesamt konnte das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Mir war die Geschichte an vielen Stellen zu langatmig und emotionslos erzählt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass andere Gefallen an dem Buch finden. Ich vergebe 3 von 5 Punkten.